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Das „Área de Conservación Guanacaste“ in Costa Rica Der „Dritte Kinderregenwald“:
Der „Dritte Kinderregenwald“ befindet sich im Nordwesten von Costa Rica und verbindet die artenreichen Flachlandtrockenwälder der Nationalparks Santa Rosa und Guanacaste, sowie die Bergregenwälder des Volcán Rincón de la Vieja durch einen Waldkorridor miteinander. Aus diesem Grund wird er auch die „Internationale Brücke der Kinder“ genannt ( Übersichtskarte). Sie ist Teilgebiet des mit 147.000 Hektar zweitgrößten Schutzgebietssystems in Costa Rica, dem „Área de Conservación Guanacaste (ACG)“, welches im Dezember 1999 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt wurde.
Der Nationalpark Santa Rosa besitzt eine Fläche von ca. 50.000 Hektar und beschützt das größte Trockenwaldgebiet Mittelamerikas, verschiedene Küsten- und Mangrovengebiete und Savannen. In dieses Nationalparkgebiet mit eingeschlossen sind auch mehrere ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen, die derzeit der Regeneration überlassen sind oder teilweise aktiv wieder aufgeforstet werden.
An den steilen Hängen der Vulkane Orosí und Cacao befindet sich mit einer Fläche von ca. 34.000 Hektar der Nationalpark Guanacaste. Im Gegensatz zum angrenzenden Nationalpark Santa Rosa und seinem tropischen Trockenwald, gibt es im Nationalpark Guanacaste vermehrt Regenwald- und Nebelwaldflächen. Der Nationalpark Volcán Rincón de la Vieja besitzt mit 14.200 Hektar ebenfalls eine recht beachtliche Fläche. Dieses isolierte, 5 km von der Südgrenze des Guanacaste-Nationalparks entfernte, Waldgebiet reicht bis auf eine Höhe von 2.000 m an den noch aktiven Vulkan Rincón heran.
Die Erfolge bei den Wiederaufforstungsbemühungen, der Umweltbildung und den Ökotourismusprogrammen, sowie in der biologischen Grundlagenforschung, haben das ACG und ihren Berater, Prof. Dan Janzen aus Pennsylvania (USA), weltweit bekannt gemacht. Frühzeitig stellte Prof. Janzen fest, dass das ACG in ihrer derzeitigen Form nicht gewappnet sei, die Folgen der sich anbahnenden globalen Erwärmung tragen zu können. Bei den zu erwarteten weiteren Temperaturerhöhungen ist mit mehr Dürre in den Trockenwaldgebieten im Westen des ACG zu rechnen, doch die dort lebenden Organismen können nur teilweise in die feuchteren und kühleren Gebiete und in die Bergregenwälder des ACG ausweichen.
Aus diesem Grund keimte in den frühen 90-er Jahren bei Prof. Janzen die Idee, die drei bestehenden Nationalparks mit einem biologischen Korridor zu verbinden. Angesichts der sich abzeichnenden unabwendbaren globalen Erwärmung würde eine Landbrücke den durch den ökologischen Druck nach Osten getriebenen Organismen ca. 20.000 Hektar intakten Feuchtregenwald als Refugium bieten. Der Korridor sollte aber nicht aus einzelnen „Trittsteinbiotopen“, sondern aus einem möglichst geschlossenen Regenwaldband bestehen. Da einige Flächen jedoch schon als Weideflächen genutzt wurden, musste also auch die Wiederaufforstung der bereits gerodeten Flächen angestrebt werden.
Für die angestrebte ca. 1.700 Hektar große Gesamtfläche des Korridors war bei einem geschätzten Landpreis von 600 USD pro Hektar insgesamt 1 Mio. USD aufzubringen!
Den Startschuss zur Finanzierung dieses Projekts gab unsere schwedische Schwesterorganisation „Barnens Regnskog“ Anfang Dezember 1993 mit einer Unterstützung von 200.000 USD. Der deutsche Kinderregenwald-Verein konnte noch im selben Monat 30.000 USD zum Projekt beisteuern.
Es folgten lange Jahre des zähen und hartnäckigen Spendensammelns, bis schließlich 1999 die „Internationale Brücke der Kinder“ fertig gestellt werden konnte. Sie besitzt eine Landfläche 2.786 Hektar, die in das ACG eingegliedert wurde, und ist fast doppelt so großflächig wie ursprünglich geplant.
Letztendlich mussten für die Landkäufe, inklusive die der „Internationalen Brücke der Kinder“ insgesamt 1.478.990 USD aufgebracht werden, was einen durchschnittlichen Hektarpreis von 530,86 USD ergibt. Allein vom „International Children’s Rainforest Network (ICRN)“ wurden insgesamt 743.000 USD beigesteuert; davon überwiesen der „Kinderregenwald Deutschland e.V.“ 81.000 USD. Besonders zu erwähnen sind außerdem zwei US-amerikanische Stiftungen, die „Wege-Foundation“ und die „National Wildlife Federation“, welche große Geldbeträge für die Vollendung der „Brücke“ aufgebracht haben.
Die costaricanische Nationalpark-Verwaltung finanziert aus ihrem Budget die laufende Unterhaltung des Gebiets und bürgt somit für seine dauerhafte Sicherung.
Heute bietet das ACG den mehr als 235.000 Arten einen gesicherten Lebensraum das sind ca. 65% der in Costa Rica überhaupt vorkommenden Arten, und mehr als in Amerika und Kanada zusammengenommen. Am 02. Dezember 1999 ist dieses Schutzgebiet zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt worden, wobei dieser Status auch für eventuelle Schutzgebietserweiterungen gelten wird.
Gegenwärtig sind die feuchten und kühlen Bergregenwälder in dem ACG noch deutlich unterrepräsentiert. Die feuchteste der neun großen biogeographischen Zonen, über die sich das ACG inzwischen erstreckt, würde durch eine Eingliederung der Regenwälder von Rincón deutlich aufgewertet werden. Sie befinden sich im Nordosten des ACG, östlich der „Internationalen Brücke der Kinder“ und nördlich des Nationalparks Volcán Rincón de la Vieja.
Die Eingliederung dieser Feuchtregenwälder ist das letzte große Projekt ( „Save the Rincon Rainforest Campaign“) zur endgültigen Etablierung des ACG. Jedoch drängt die Zeit, da in diesen Gebieten seit wenigen Jahren verstärkt Rodungen zur Erzeugung von Faserpflanzen und Marktfrüchten im Gange sind.
Nun wäre die Unterschutzstellung eines isolierten Waldgebiets von 4.500 Hektar ohne Erweiterungsoptionen zu den Preisen, die im Norden Costa Ricas für Landflächen zu zahlen sind, nicht sinnvoll, da eine gewisse Mindesthabitatgröße benötigt wird. Die Rincón-Wälder aber haben eine lange gemeinsame Grenze mit dem bestehenden ACG, weswegen sich Prof. Janzen und die beteiligten Organisationen entschlossen, nochmals eine aufreibende und letzte große Sammelaktion zu starten, um diese Flächen in das ACG einzugliedern.
Die Offerte einer Vereinigung von Eigentümern, die ihre Landflächen komplett an das ACG verkaufen wollten, konnte mangels vorhandenen Spendengeldern Ende 1999 leider nicht angenommen werden, weil damals sowohl das ACG, die Kinderregenwald-Vereine, als auch die anderen Spender(innen) noch mit der Bezahlung der Raten für die „Brücke der Kinder“ beschäftigt waren.
Man hatte sich daher entschlossen, die zum Verkauf stehenden Flächen Stück für Stück auf zu kaufen und dann unter Schutz stellen zu lassen. Dies geschah jeweils im Wettlauf mit den konkurrierenden Wirtschaftsunternehmen. Um bei diesem Wettbewerb überhaupt mithalten zu können, schloss das ACG Landkaufverträge mit den Besitzern ab, deren Finanzierung durch Spenden zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig abgesichert war, wobei die Zahlung des Kaufpreises abermals in Raten vereinbart wurde.
Der ursprüngliche und zugleich sehr ehrgeizige Plan sah die Eingliederung von weiteren 5.700 Hektar Regenwaldfläche vor, wobei man von einem Preis von 1.000 USD pro Hektar ausgegangen war, was die stolze Summe von ca. 5.700.000 USD ergeben hätte!
Nach letztem Stand Ende des Jahres 2005 waren bei dem ACG seit dem Projektstart 1999 ca. 5.400.000 USD eingegangen und Landkaufverträge mit einer Gesamtgröße von 5.643 Hektar unterzeichnet worden.
Der „Kinderregenwald Deutschland e.V.“ hat sich erstmals im Oktober 2001 an diesem Projekt beteiligt und seither insgesamt nahezu 55.000 USD und 5.000 Euro für den Erwerb von Flächen im Regenwald von Rincón überwiesen.
Unterstützung des Projekts durch den Verein „Kinderregenwald Deutschland e.V.“:
1993 30.000 USD
1994 30.000 USD
1998 21.000 USD
2001 07.000 USD
2002 10.000 USD
2003 08.000 USD
2004 29.771 USD
2005 02.000 Euro
2009 03.000 Euro
2010 06.800 Euro
2011 09.500 Euro
2012 01.500 Euro
0000 135.771 USD und 22.800 Euro (gesamt)
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