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Fakten zum tropischen Regenwald:
Um den Äquator herum, zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis (23° nördlicher und südlicher Breite), bilden sich bei gleich bleibend hohen Temperaturen und viel Feuchtigkeit die klimatischen Voraussetzungen, dass „tropische“ Regenwälder entstehen können. Dort steht die Sonne nahezu senkrecht am Himmel, wodurch sehr viel Wasser verdunstet, welches als Regen wieder auf die Erde herabfällt.
Am Äquatorgürtel beträgt die durchschnittliche Tagestemperatur das ganze Jahr über ungefähr 27°C es gibt also keine Jahreszeiten mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die jährliche Niederschlagsmenge in den Tropengebieten beträgt mindestens 1.500 mm, mit Höchstwerten von bis zu 10.000 mm pro Quadratmeter! Zum Vergleich: Die jährliche Niederschlagsmenge in München beträgt gerade einmal 950 mm pro Quadratmeter.
Das Ökosystem tropischer Regenwald weist eine äußerst große Artenvielfalt auf: Derzeit sind der Wissenschaft etwa 1,8 Mio. Tier- und Pflanzenarten bekannt, und obwohl nur 5% der eisfreien Landmassen von tropischen Regenwäldern bedeckt sind, befinden sich in den Regenwäldern ca. 90% der bekannten Tier- und Pflanzenarten!
Diese Vielfalt der Arten ist jedoch mit der Seltenheit ihrer Individuen verbunden dies bezeichnet man auch als „Biodiversität“ und in dieser Seltenheit liegt die Verletzlichkeit des tropischen Artenreichtums.
Tropische Regenwälder bedeckten 1980 etwa 13% der Landfläche der Erde (19,4 Mio. qkm), damit war bereits die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Wälder vernichtet; derzeit sind es allerdings nur noch etwa 5% (7,46 Mio. qkm). Bis zum Jahr 2050 wird ein Rückgang auf etwa 5 bis 8 Mio. qkm erwartet, bei einer derzeitigen jährlichen Vernichtungsrate von 0,14 Mio. qkm.
Knapp 50% des weltweiten Vorkommens tropischer Regenwälder befinden sich dabei in Südamerika, die afrikanischen und südostasiatischen Regenwälder haben einen Anteil von 28% bzw. 18%. Das größte zusammenhängende Tropenwaldgebiet befindet sich im Amazonasbecken mit einer Fläche von ca. 3,6 Mio. qkm.
Die folgende Karte der Naturschutzorganisation „Greenpeace“ zeigt die weltweiten Waldflächen vor 50 Jahren (rot) und heute (grün):

Das Ausmaß der Zerstörung der tropischen Wälder ist immens. Jedes Jahr wird eine Fläche abgeholzt, die knapp zweimal so groß ist wie ganz Österreich. Zwischen August und Dezember 2007 wurden allein in Brasilien fast 7.000 qkm Regenwald abgeholzt; das entspricht etwa der Hälfte der Waldflächen in der Schweiz. Damit ist die Zerstörung etwa viermal so groß wie im Vergleichszeitraum 2004.
Heute schreitet die Zerstörung schneller voran als je zuvor. Seit 1970 hat der Amazonas 0,7 Mio. qkm Regenwald verloren; eine Fläche, fast zweimal so groß wie Deutschland. Etwa ein Fünftel des Urwalds im Amazonasbecken ist bereits vernichtet!
Die großen Flächenverluste gehen zurück auf die Gewinnung von Weideland für die Viehzucht und den Anbau von Futtermitteln, wie z.B. Soja für die Massentierhaltung der Industrieländer, sowie ganz aktuell für die Gewinnung von Biokraftstoffen aus Pflanzen, beispielsweise Palmöl als Vorstufe von Biodiesel und Ethanol.
Die Vernichtung der Tropenwälder und der globale Klimawandel bedrohen Schlüsselfunktionen unseres Ökosystems und damit die Stabilisierung des Weltklimas und die Regulierung des Wasserhaushalts.
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